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Der Wartenfelser Totentanz

…und niemand kann dem Tod entrinnen

Als Ende 2011 im Rahmen einer Ausstellung unter dem Titel „Totentanz im Wandel der Geschichte“ im Diözesanmuseum Bamberg auch Exponate präsentiert wurden, die angeblich aus der Pfarrei St. Bartholomäus Wartenfels stammen sollten, war die Verwunderung groß. Konnte sich doch zunächst niemand daran erinnern, jene bemalten Schädelschilde jemals in unserer Pfarrei gesehen zu haben.

Worum handelt es sich ? Auf insgesamt vierzehn farbig bemalten Pappschildern sind Totenköpfe mit verschiedenen Insignien abgebildet, die die unterschiedlichen Hierarchien verkörpern. Einerseits die kirchlichen Vertreter: Hier sehen wir den Papstschädel mit der Tiara, dem dreifachen Vortragekreuz und den Petrusschlüsseln, den Kardinal mit seinem purpurfarbenen Hut, den Bischof mit der Mitra, den Pfarrer mit dem Barett, den Franziskanermönch mit Kutte und Zingulum und letztlich den einfachen Gläubigen mit dem Blütenkranz oder dem Schmetterling auf dem Kopf als Symbol der unsterblichen Seele. Auf den anderen Seite die gekrönten weltlichen Herrscher und die Schädel namenloser Menschen.

Sie alle teilen das gleiche Schicksal, denn keiner kann dem Tod entrinnen. Vermutlich wurden diese Schädelschilde in vergangenen Jahrhunderten im Kreis um den Sarg aufgebahrter Verstorbener in einer bestimmten Reihenfolge als eine Art „Totentanz“ aufgestellt um zu verdeutlichen, dass für jeden – unanhängig von seiner gesellschaftlichen Stellung – einmal die Stunde schlägt.

Zweifellos faszinieren diese Schädelschilde den Betrachter, einzigartig sind sie aber vor allem deshalb, weil der Wartenfelser Totentanz noch vollständig erhalten ist. Doch stammt dieser bemerkenswerte Fund auch tatsächlich aus unserer Pfarrei ?Da die Schilde in jüngerer Vergangenheit nicht mehr genutzt wurden, lag nahe, dass sie bei Abriss- oder Umbauarbeiten von Pfarrhaus oder Kirche zu Tage gefördert worden sein könnten. Diese Vermutung bestätigte sich bei Nachforschungen in den alten Kirchenrechnungen. Im Juni 1972, also kurz nach der Neugestaltung unserer Kirche verkaufte die Pfarrei die - wie es hieß - „14 Pappschilder mit Totenkopf-Abbildungen“ an das Diözesanmuseum in Bamberg in Person von Prälat von Pölnitz für den Preis von 280,--DM, nachdem die Schädelschilde bei Renovierungsarbeiten im Dachstuhl der Pfarrkirche entdeckt worden waren.