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Wartenfels - Sankt Bartholomäus

Nachdem das erste Wartenfelser Gotteshaus im Jahr 1444 zusammen mit dem Schloss im Zuge der Lichtenberger Fehde zerstört worden war, hatte man an gleicher Stelle eine neue Kirche errichtet. Auf Grund der bescheidenen finanziellen Mittel der Pfarrei konnten in den folgenden Jahrhunderten allerdings kaum Instandhaltungs- und Renovierungsarbeiten durchgeführt werden, vielmehr wurde jeweils nur notdürftig ausgebessert, wenn größere Schäden auftraten. In der Folge war das Gotteshaus letztlich so baufällig , dass der Kirchturm in den Jahren 1841/42 wegen Einsturzgefahr abgetragen werden musste. Schließlich musste die Kirche im Jahr 1861 geschlossen werden. Der damalige Ortsschreiber berichtet uns darüber folgendes:

„Am 12. Dezember 1861 wurde die seit Jahren ruinöse, total baufällige Pfarrkirche auf Befehl der königlichen Regierung von Oberfranken durch den königlichen Landgerichtsvorstand von Stadtsteinach polizeilich geschlossen, nachdem zuvor das Sanctissimum von der Pfarrgeistlichkeit, begleitet vom kgl. Landgerichtsvorstand, der Gemeindeverwaltung und vielen Einwohnern in feierlicher Weise von der Kirche in den Pfarrhof gebracht wurde. Zahlreiche Tränen flossen bei dieser ernsten Feier, denn die Not in dieser armen rauen Gegend ist groß, besonders zur Winterzeit. Die Lage der Pfarrkirche ist jammervoll. Kein Saal zu einer Notkirche ist vorhanden, kein Geld zum Bau einer neuen Kirche. Nur gute Menschen können durch milde Gaben aus dieser Not retten.“

Dass es schließlich doch zu einem Neubau der Kirche kam, war vor allem Herrn Pfarrer Wörler zu verdanken, der 1859 nach seiner Kaplanszeit in Bayreuth nach Wartenfels kam. Auf Grund seiner guten Beziehungen zur Regierung ermöglichte er es, dass in 61 Pfarreien Hauskollekten zu Gunsten des Kirchenbaues vorgenommen werden durften. Zudem erhielt die Pfarrei Spenden von Privatpersonen und verschiedenen Institutionen. Nach Beilegung der Streitigkeiten über den Standort der Kirche – im Gespräch war auch der Platz des ehemaligen Schlosses- wurden im März 1863 die ersten Aufträge vergeben. Am 8. Juni 1863 wurde der Grundstein für den Bau der Kirche gelegt, am 15. September 1864 der Dachstuhl, und im Oktober 1864 der Turm aufgerichtet. Als Baumaterial dienten in erster Linie die vorhandenen Sandsteine aus der Schlossruine.

Am 15. Dezember 1864 wurde die Kirche durch Dekan Klinger aus Marktschorgast feierlich geweiht, obwohl der Innenausbau erst zum Teil fertig war. Erst später wurde der obere Teil des Hochaltars aufgestellt. So entstand nach Plänen des Ingenieurs Rottler ein geosteter, schlicht neugotischer Bau mit eingezogenem, dreiseitig geschlossenem Chor mit flacher Putzdecke. Das ebenfalls verputzt flachgedeckte Langhaus ist ein Saalraum zu fünf Achsen. Sämtliche Fenster sind spitzbogig und mit neugotischem Maßwerk, mit Ausnahme der Rundöffnungen über den mittig angeordneten Seiteneingängen. Im inneren verfügte die Kirche über drei Holzemporen sowie drei Altäre aus den Jahren 1864 bis 1866 vom Bildhauer Anselm Sickinger aus München. Kanzel, Beichtstühle und Gemeindegestühl stammten vom Wartenfelser Schreinermeister Tempel, die Kreuzwegstationsbilder vom Kunstmaler Matthäus Schröder aus Landsberg. Nach langem Krankenlager starb Pfarrer Wörler an seinem 42. Geburtstag, dem 22. Dezember 1864. Er überlebte die Weihe des neu gebauten Gotteshauses nur um sieben Tage und fand seine letzte Ruhestätte in der Pfarrkirche vor dem linken Seitenaltar. Am 8. September 1867 schließlich, nach Vollendung des Innenausbaus, wurde das Gotteshaus durch Erzbischof Michael von Deinlein aus Bamberg feierlich geweiht.

In den Jahren 1970/71 erfolgte die völlige Umgestaltung der Pfarrkirche unter Leitung des Münchener Bildhauers Klaus Backmund. Die Gründe hierfür lagen zum einen in der bisherigen ungünstigen Anordnung und damit sehr eingeschränkten Anzahl der Sitzplätze. Zum anderen wollte man den Anforderungen der nachkonziliaren Liturgiefeier entsprechen. So wurde die bisherige U-förmige Empore durch eine Empore über die gesamte Breite mit aufsteigendem Gestühl ersetzt und für den Aufgang ein neuer Treppenturm angebaut. Die Orgel fand ihren Platz an Stelle des bisherigen Hochaltars, der Altar rückte nach vorne und der Tabernakel erhielt seinen Platz an der Stelle des ehemaligen rechten Seitenaltars. Die feierliche Konsekration des neuen Altars und die Weihe der neuen Orgel durch Weihbischof Martin Wiesend fand am 31. Oktober 1971 statt. Wenn Sie sich unser Gotteshaus näher ansehen möchten, können Sie uns auf einem kleinen Kirchenrundgang begleiten.